‚Spiegel-Bilder‘ im Kulturfenster Essen

„Wie oft bist du die Irrlichtfährte schon gegangen, Lîskith,“ fragte Líl-Laë kaum hörbar.
„Oft.“
„Und hast du das Spiegeltor gesehen?“
„Ja. Viele Male.“
„Aber du bist zurückgekommen.“
Er schaute sie an, reglos, aber sie meinte trotzdem, die Spiegelsplitter bewegten sich in seinem linken Auge.
„Ich bin der einzige, der kommen und gehen kann, wie es ihm beliebt.“

aus Laura Flöter: Nirgendland. Fabylon 2013

Meine Bilder stehen oft in einer engen Verbindung mit meinen Texten. Schreiben ist für mich wie Bilder malen, nur mit Worten – und Malen ist wie Geschichten schrieben, nur mit Farben. So vervollständigen sich bei mir das Malen und das Schreiben gegenseitig. Kaum einmal steht ein Text außerhalb von Bildern, ein Bild außerhalb eines Textes. Ich kann mir nicht vorstellen, auf eine andre Art zu arbeiten.
So kommt es zu engen Verflechtungen. Ein Motiv, das meine Geschichten und meine Bilder durchzieht, ist Glas – in meinen Malereien erscheint es als Material, als Folie, Murmeln oder Spiegelscherben. In meinen Geschichten ist Glas, Spiegel insbesondere, oft Medium zwischen der sichtbaren und der unsichtbaren Welt.
Der Spiegel, der einfach wiedergibt oder unendlich vervielfacht, hat für mich vor allem die Bedeutung von Doppelgängertum, Offenbarung und Selbst-/Erkenntnis – Aspekte des Motivs, die in einem Verhältnis des (unauflösbaren?) Widerspruchs stehen.
Viele meiner Arbeiten führen dann auch Titel, die darauf verweisen – der Spiegel (das Spiegel?) als rätselhaftes Gegenüber. So verweist er auch auf den Bereich des Magisch-Phantastischen und Surrealen, das mein wichtigster künstlerischer Bezugspunkt ist. Meinen Arbeiten haftet so oft etwas düster Märchenhaftes an, das den Betrachter einlädt, ihn auf diese ‚Spiegelfahrten‘ mitzunehmen.

Meine Ausstellung auf der Webseite des Kulturfensters:
http://www.essen.de/de/Kultur_und_Bildung/Institutionen_1/Kulturbuero_1/Kulturfenster_1/kulturfenster_03_04__06_04_2013.html

Die Ausstellung ‚Spiegel-Bilder‘ durfte ich im Rahmen des KULTURFENSTERS in Zusammenarbeit mit dem Kulturbüro der Stadt Essen realisieren, worüber ich mich sehr freue. Da das Kulturfenster mit meiner Ausstellung erstmalig im Generationen-Kult-Haus in der Essener Fußgängerzone stattfindet und nicht mehr, wie in den zehn Jahren zuvor, in der Mayerschen Buchhandlung am Marktplatz, gab es anlässlich der Eröffnung eine kleine Pressekonferenz. Den Artikel des LOKALKOMPASS‘ findet ihr unter:
http://www.lokalkompass.de/essen-steele/kultur/nordcity-kulturfenster-jetzt-im-geku-haus-d277039.html

Und LOKALFIEBER-TV hat sogar einen kleinen YouTube-Spot gedreht:

Wer also Zeit und Lust hat, ist herzlich eingeladen, sich das neue und jetzt im wahrsten Sinne des Wortes Kultur’fenster‘ anzuschauen!
Als ersten Eindruck hier ein paar Fotos vorab.

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Das Kultur’fenster‘ ist jetzt mehr ein Kultur’schau-fenster‘ und macht seinem Namen alle Ehre…

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