Ein ENGEL auf Reisen oder: In (fast) 90 Tagen nach Dänemark!

Also, manchmal passieren seltsame Sachen. Zum Beispiel neulich, da wollte ich einem Rollenspiel-Forschungs-Kollegen und guten Bekannten einen ENGELSEHER schicken, damit er eine Idee bekommt, was ich so schreibe (und warum ich immer sage: „Eine Rose ist eine Rose. Aber ein Stück „Sch…e“ ist ein Stück „Sch…e“, und deshalb schreib‘ ich auch „Sch…e“, wenn ich „Sch…e“ meine, und nicht Rose!“

Nun ja. Ich tütete den ENGEL also ein, brachte ihn zur Post und schickte ihn nach Dänemark – mit Angabe von Straße, Hausnummer, Etagen- UND Wohnungsnummer, weil man das dort im Norden wohl so macht. Besagter Kollege und gute Bekannte hielt sich nämlich gerade dort oben auf.

Eine Woche verging. Noch eine. Noch eine. Von besagtem Kollegen nichts zu hören. Ich begann mich zu wundern, wartete aber weiter. Noch eine Woche. Und dann noch eine. Dann hörte ich mal nach – der ENGEL war nicht angekommen. Ich wartete weiter und fing an, mich zu ärgern. Eine weitere Woche verstrich – kein ENGEL weit und breit. Keine Meldung vom Nachbarn, dass er ein Paket empfangen habe. Keine Meldung vom Paketdienst, dass eine Sendung nicht zugestellt werden konnte.

Also machte ich mich auf zur Post und gab einen Nachforschungsantrag auf – natürlich, wie mir der Beamte gleich erklärte, völlig ohne Aussicht auf Erfolg. Ich war aber ärgerlich genug, um es trotzdem zu tun – wenn ich mich ärgern muss, dass mein Paket verloren geht, soll sich bitte schön auch noch jemand andres ärgern, dass er einen sinnlosen Antrag bearbeiten muss! Kam mir fair vor. Ich füllte also den Wisch aus und nahm es ganz genau: Inhalt ein Taschenbuch, so und so groß, so und so ein Titelbild, ENGELSEHER der Titel, LAURA FLÖTER die Autorin, und innen eine handschriftliche Widmung an betreffende Person von folgendem Text – wenn schon, denn schon! Das warten ging weiter.

Und eigentlich hab ich schon überlegt, ihm beim nächsten Treffen ein weiteres Exemplar zu geben – diesmal aber persönlich.

Aber DANN….  

…bekam ich eine e-mail mit obigem Foto als Anhang. Von besagtem Kollegen. Nach sage und schreibe sieben Wochen war der ENGEL doch noch ans Ziel geflattert – Ursache der Irrungen & Wirrungen war wohl gewesen, dass der Adressaufkleber nass geworden und fast abgerissen war. Und nur anhand meines Nachforschungsauftrags, der ja alle Daten enthielt, konnten das namenlose Paket und der lose Adresszettel einander wieder zugeordnet werden! Da sag doch keiner, dass Nachforschungsanträge vergeblich sind.

Vielleicht ist es aber auch so, dass Engel ihren Platz in der Welt eben früher oder später finden…