Vernetzungen…

Längere Zeit habe ich ja völlig isoliert an meinem Thema gearbeitet – an der Uni ist die Anzahl an Doktoranden ziemlich überschaubar, und da die Uni DuE leider kein Graduiertenkolleg unterhält, ist die Vernetzung unter den Doktoranden auf persönliche Kontakte oder Gelegenheiten wie Workshops etc. beschränkt – will heißen: dürftig.

Das bedeutet natürlich auch, dass man sich die Kontakte zur wissenschaftlichen „Szene“ selbst suchen muss, so man denn welche will – und das sollte man wollen, denn es kann die Arbeit am eigenen Gegenstand grundlegend verändern. „Wirklich“ wissenschaftlich arbeiten heißt für mich nicht nur im Elfenbeinturm sitzen, Tee trinken und Bücherstaub schnüffeln – viel wichtiger ist der Austausch mit Gleichgesinnten, wenigstens ebenfalls Promovierenden; noch besser, natürlich, aus der eigenen Fachrichtung. Da ich das an meiner eigenen Universtität vermisse, habe ich mich auf eigene Faust auf die Suche nach Punkten gemacht, wo ich „andocken“ kann – und bin fündig geworden.

Los ging es mit einem interessanten Treffen auf der FeenCon 2011 – augenscheinlich ist da jemand genauso RPG-verrückt wie ich! Zusammen wollen wir versuchen, der RPG-Forschung in Deutschland die gebührende Aufmerksamkeit zu verschaffen; insbesondere die nordischen Länder sind uns da Lichtjahre voraus – die haben längst entdeckt, dass RPG ein in vielen Disziplinen verorteter und ausgesprochen lohnenswerter Forschungsgegenstand ist. Wir hoffen, ein ähnliches Forschungsinteresse auch hier bei uns etablieren zu können – und haben GROSSES vor….mehr zu gegebener Zeit 🙂

Aber das war noch nicht alles: Das Graduiertenkolleg der Uni Gießen hat eine eigene Sektion ins Leben gerufen, die sich nur mit phantastischen Themen befasst – die Sektion 10 heißt sogar „Phantastische Welten.“ Absolut klasse – wer mag, kann sich hier einen Eindruck verschaffen:

http://ggk.uni-giessen.de/wps/pgn/home/GGK/sektion_10/

Ich entdeckte die Sek10 eher zufällig beim Stöbern im Netz; schrieb eine e-mail hin – und wurde prompt zum nächsten Sektionstreffen in den Räumen der Phantastischen Bibliothek in Wetzlar eingeladen, wo ich am vergangenen Sonntag dann auch war: Das treffen war klein, aber fein – ich habe dort eine Handvoll wirklich interessierter und engagierte Leute kennengelernt, 2 interessante Vorträge gehört (über Phantastik als Inszenierung von Traumabewältigung und  über die Dekonstruktion von Gut und Böse in der modernen Phantastik) – und vor allem viel über das Phantastische und alle artverwandten Themen „geklönt“ 🙂 In einer der nächsten Sitzungen werde ich wohl selbst mein Thema vorstellen – ich freu mich schon darauf. „Phantastisch“, im wahrsten Sinne des Wortes!