Die Diss…jetzt geht’s langsam richtig los!

Eben habe ich meine Literaturrecherche für’s Erste abgeschlossen – sicherlich, während der konkreten Textarbeit stolpert man immer wieder über weitere Texte, die man brauchen kann; aber zunächst habe ich mir einen umfangreichen Fundus zugelegt – meine Literaturliste hat, so, wie sie jetzt ist, 28 (!) Seiten.

Ich habe die Texte meiner Gliederung entlang einsortiert, so gut es möglich ist, ohne sie intensiv gelesen zu haben, und beginne morgen mit dem 1. Kapitel – zum Aufwärmen einer Explikation des Begriffes „Rollenspiel“, der ja sehr schillernd ist, weil in vielen Disziplinen für einander zwar verwandte. Aber einer guten Analyse geht nun einmal die Erarbeitung einer korrekten Begrifflichkeit voraus, da macht man nix 😉

Ich bin jedenfalls gespannt, wie es morgen sein wird, nach Wochen der Recherche, des Strukturierens und Herumüberlegens „richtig“ einzusteigen – zu lesen, zu exzerpieren und ggf. bereits zu schreiben…in Stichpunkten aber erst, natürlich. Und sicherlich wird meine schöne Gliederung mehr oder weniger auf den Kopf gestellt…ich lass mich überraschen!

Jetzt geht’s aber erstmal ab nach NIRGENDLAND – die Protagonisten verlangen schließlich auch nach Aufmerksamkeit 🙂

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Vernetzungen…

Längere Zeit habe ich ja völlig isoliert an meinem Thema gearbeitet – an der Uni ist die Anzahl an Doktoranden ziemlich überschaubar, und da die Uni DuE leider kein Graduiertenkolleg unterhält, ist die Vernetzung unter den Doktoranden auf persönliche Kontakte oder Gelegenheiten wie Workshops etc. beschränkt – will heißen: dürftig.

Das bedeutet natürlich auch, dass man sich die Kontakte zur wissenschaftlichen „Szene“ selbst suchen muss, so man denn welche will – und das sollte man wollen, denn es kann die Arbeit am eigenen Gegenstand grundlegend verändern. „Wirklich“ wissenschaftlich arbeiten heißt für mich nicht nur im Elfenbeinturm sitzen, Tee trinken und Bücherstaub schnüffeln – viel wichtiger ist der Austausch mit Gleichgesinnten, wenigstens ebenfalls Promovierenden; noch besser, natürlich, aus der eigenen Fachrichtung. Da ich das an meiner eigenen Universtität vermisse, habe ich mich auf eigene Faust auf die Suche nach Punkten gemacht, wo ich „andocken“ kann – und bin fündig geworden.

Los ging es mit einem interessanten Treffen auf der FeenCon 2011 – augenscheinlich ist da jemand genauso RPG-verrückt wie ich! Zusammen wollen wir versuchen, der RPG-Forschung in Deutschland die gebührende Aufmerksamkeit zu verschaffen; insbesondere die nordischen Länder sind uns da Lichtjahre voraus – die haben längst entdeckt, dass RPG ein in vielen Disziplinen verorteter und ausgesprochen lohnenswerter Forschungsgegenstand ist. Wir hoffen, ein ähnliches Forschungsinteresse auch hier bei uns etablieren zu können – und haben GROSSES vor….mehr zu gegebener Zeit 🙂

Aber das war noch nicht alles: Das Graduiertenkolleg der Uni Gießen hat eine eigene Sektion ins Leben gerufen, die sich nur mit phantastischen Themen befasst – die Sektion 10 heißt sogar „Phantastische Welten.“ Absolut klasse – wer mag, kann sich hier einen Eindruck verschaffen:

http://ggk.uni-giessen.de/wps/pgn/home/GGK/sektion_10/

Ich entdeckte die Sek10 eher zufällig beim Stöbern im Netz; schrieb eine e-mail hin – und wurde prompt zum nächsten Sektionstreffen in den Räumen der Phantastischen Bibliothek in Wetzlar eingeladen, wo ich am vergangenen Sonntag dann auch war: Das treffen war klein, aber fein – ich habe dort eine Handvoll wirklich interessierter und engagierte Leute kennengelernt, 2 interessante Vorträge gehört (über Phantastik als Inszenierung von Traumabewältigung und  über die Dekonstruktion von Gut und Böse in der modernen Phantastik) – und vor allem viel über das Phantastische und alle artverwandten Themen „geklönt“ 🙂 In einer der nächsten Sitzungen werde ich wohl selbst mein Thema vorstellen – ich freu mich schon darauf. „Phantastisch“, im wahrsten Sinne des Wortes!

Was macht die Kunst, was macht das Leben?

Inzwischen habe ich mich bis über beide Ohren in die Arbeit an meiner Diss gewühlt; das heißt: Literatur recherchieren, organisieren, kopieren, sortieren, exzerpieren, einordnen….und gegen eine Literaturrecherche im großen Stil muss Herkules‘ Kampf mit der neunköpfigen Hydra echt ein Witz gewesen sein. Je mehr Literatur man nämlich findet, desto mehr findet man! Im Laufe der Recherche wird das „to do“ nicht weniger, sondern mehr…weil man überall auf Hinweise, Verzeichnisse oder online-Archive stößt, die man vorher noch nicht kannte, und die man dann in mühseliger Kleinstarbeit nach neuen Titeln durchforsten kann. Klar – es ist total interessant. ABER: Es nimmt überhaupt kein Ende. 

Deshalb macht die Kunst (die bildende zumindest) im Augenblick leider nicht soviel – obwohl ich in der letzten Woche, als ich in Paris war, endlich das Musée du Quai Branly besuchen konnte, eine absolut beeindruckende Sammlung ozeanischer, afrikanischer, australischer etc. Kult- und Fetischgegenstände. Da hab ich natürlich kräftig Ideen abgestaubt und sicherheitshalber gleich aufgeschrieben – bis ich die systematisch umsetzen kann, wird es wohl aber leider noch eine Weile dauern; neben der Diss findet nur EINE Kunstform Platz, und das ist, aus gegebenem Anlass, gerade NEVERLÔR; die Überarbeitung läuft, und sie läuft ziemlich gut. Fast ein Jahr hat das Projekt geruht – ich hatte ein bißchen Sorge, ob ich überhaupt noch „reinkommen“ würde – aber völlig unbegründet. Naja, immerhin arbeite ich an dem Projekt schon Jahre, und an der Welt selbst noch viel länger – da wär‘ es kein gutes Zeichen, wenn ich die Verbindung so leicht verlieren würde 😉

Die Malerei kommt also leider grad ein wenig kurz – den Mittwoch Vormittag halte ich mir aber nach wie vor zum Malen frei,  wenn’s irgend möglich ist. Und so hab ich auch erst letze Woche doch eine schöne neue Arbeit fertig gestellt, in der ich auch ein neues Material verarbeitet habe – Müll. Erstaunlich, was man aus Sachen machen kann, die andre Leute wegwerfen!