Aussichten & Ansichten….

Ein bißchen komisch ist es schon – ich habe keine aktuellen Schreibprojekte mehr, die abgeschlossen werden müssen; zum ersten Mal seit fast fünf Jahren knotet sich ein Gutteil meiner Gedankenknäuel nicht mehr um die Entwicklung eines Manuskripts…zumindest nicht eines aktuellen. Sowohl am ENGELSEHER wie auch an meinem ganz eigenen Projekt NEVERLÔR sind nur noch Überarbeitungen zu machen; traurig, einerseits – es fühlt sich ein bißchen an wie das, was ich mir unter „empty nest syndrome“ vorstelle: Meine beiden „Babys“ sind ausgeflogen….

Andererseits: Das eröffnet Raum für viel Neues – und den brauche ich auch. So schön es ist und war, ich bin froh, dass die beiden Romanprojekte jetzt in diesem Zustand des fast-Fertigen sind.  Immerhin habe ich da auch noch ein Dissertationsprojekt rumfliegen – und das werde ich jetzt mit Volldampf voran treiben! Ich habe keine Lust, zu den Langzeit-Promovenden zu gehören; besonders an NEVERLÔR habe ich gemerkt, WIE anstrengend es sein kann, wenn ein Projekt sich zwar immer wieder verändert, aber gefühlte 100 Jahre nicht zum Abschluss kommt (immerhin habe ich NEVERLÔR fast 3 mal geschrieben, insgesamt – jede Fassung reifer als die vorige, aber es auch jede Menge Zeit und Kraft gekostet. Hoffen wir, dass es das Wert war…).

Was meine Diss betrifft: Ich habe die Basis-Literaturrecherche abgeschlossen und bin jetzt dabei, einen stichwortartige Entwurf vorzuformulieren; ich möchte zunächst meine Ideen und Ansätze skizzieren, ehe ich dann wieder mit Lesen beginne – diesmal aber ganz zielgerichtet und NUR unter dem Aspekt meiner eigenen Fragestellungen. Ich hoffe, so verhindern zu können, dass ich Berge von Exzerpten anfange, die zwar alle super-interessant sind, aber nicht auch super zur Beantwortung meiner Fragestellung sind! Bisher habe ich es so herum gemacht, und dabei leider eine Menge Text produziert, die ich hinterher wieder streichen konnte. Ein so umfangreiches Projekt wie eine Dissertation ist aber, glaube ich, so nicht zu bewältigen…zumindest nicht, ohne hinterher auf diverse Psychopharmaka angewiesen zu sein 😀

A propos „ausgeflogen“: Der ENGLSEHER wird nun doch nicht, wie geplant, im Oktober 11 veröffentlicht werden können, sondern erst im Januar 12 – dafür dann aber bei meinem „Hausverlag“ FABYLON! Alisha Bionda ist mit allen von ihr herausgegebenen Reihen vom Sieben Verlag in den Fabylon-Verlag umgezogen – ich freue mich natürlich enorm darüber, dass meine beiden Schätzchen jetzt die gleiche „Adresse“ haben werden – zumal ich ja ein großer Fan von der „Hausherrin“ Uschi Zietsch bin; die zeitliche Verzögerung ist natürlich schade – aber das soll es mir wert sein! Und noch ein gutes hat die neue freie Zeit: Wenn meine beiden Romanprojekte unter Dach und Fach sind, werde ich mich noch einmal mit Schwung daranmachen, einen Galeristen für meine Malereien zu finden – wahrscheinlich werde ich, ganz im Stil des armen Künstlers, mit einer Mappe unterm Arm von Galerie zu Galerie tingeln und mich und meine Arbeit vorstellen. Ich glaube, das ist aussichtsreicher als das Versenden von e-mails, was ich bisher gemacht habe…mit, äh, mäßigem Erfolg, um es zuzugeben…

Von daher: Es ist einiges passiert. Und es wird noch viel mehr – hoffe ich. Jetzt mache ich mich aber erstmal wieder an meine Diss und tippe noch ein paar Absätze; morgen geht’s dann mit Frau Philippi in die Pfalz, auf eine viertägige Rollenspielconvention zum Thema Spielleiten – wir sind schon super gespannt 🙂 In jedem Fall wird es lustig – allein der Road Trip  wird schon ein großer Spaß! Entspannung muss schließlich sein…da bekommt man auch die Denkknoten besser wieder auf 😉