Die Meister-Con – Rollenspiel in Annweiler am Trifels

Über’s lange Wochenende war ich also auf der Meistercon in Annweiler am Trifels – und muss sagen: Es war die beste Con, auf der ich seit lägnerem war!

Im Einzelnen heißt das: Optimales Konzept – jeder hatte ein Abenteuer vorbereitet, und jeden Morgen wurde ausgewürfelt (wie man das unter Rollenspielern eben macht), wer heute eine Runde leiten sollte. Die Idee fanden wir einfach klasse – wer spielen will, muss auch spielleiten, denn das gehört zum Hobby einfach dazu; für gewöhnlich ist auf einer Con ja das Hauptproblem, jemanden zu finden, der spielleiten möchte – nicht so in Annweiler. Die wirklich wundervolle Folge war, dass wir nahezu keine Time-Outs hatten – aufstehen, frühstücken, rollenspielen, schlafen gehen. Nach zwei Tagen fing das Paradigma dann auch langsam an zu wackeln, und wir waren nicht mehr GANZ sicher, ob eigentlich Deutschland oder Aventurien die Primärrealität ist…echt, eine spannende Erfahrung – und „Brennstoff“ für meine Diss: Ich habe tatsächlich ein paar gute Ideensplitter mitgebracht.

Aber auch die sonstige Organisation war einfach klasse – mehr oder weniger gemeinsames Kochen und Quatschen, und das ganze in einer wirklich tollen Location – ein allergemütlichst eingerichtetes Jugendhaus, mit Küchentheke und knarrendem Parkett! Und darin: Sehr nette Leute – viele wirklich inspirierte Spieler. Wir sind also mit jeder Menge Eindrücke zurück gekommen. Fazit: Da fahren wir nochmal hin 🙂

Für alle Interessierten – anbei der Link:

 

http://www.rollenspiel-cons.info/2011/04/18/meistercon/

Aussichten & Ansichten….

Ein bißchen komisch ist es schon – ich habe keine aktuellen Schreibprojekte mehr, die abgeschlossen werden müssen; zum ersten Mal seit fast fünf Jahren knotet sich ein Gutteil meiner Gedankenknäuel nicht mehr um die Entwicklung eines Manuskripts…zumindest nicht eines aktuellen. Sowohl am ENGELSEHER wie auch an meinem ganz eigenen Projekt NEVERLÔR sind nur noch Überarbeitungen zu machen; traurig, einerseits – es fühlt sich ein bißchen an wie das, was ich mir unter „empty nest syndrome“ vorstelle: Meine beiden „Babys“ sind ausgeflogen….

Andererseits: Das eröffnet Raum für viel Neues – und den brauche ich auch. So schön es ist und war, ich bin froh, dass die beiden Romanprojekte jetzt in diesem Zustand des fast-Fertigen sind.  Immerhin habe ich da auch noch ein Dissertationsprojekt rumfliegen – und das werde ich jetzt mit Volldampf voran treiben! Ich habe keine Lust, zu den Langzeit-Promovenden zu gehören; besonders an NEVERLÔR habe ich gemerkt, WIE anstrengend es sein kann, wenn ein Projekt sich zwar immer wieder verändert, aber gefühlte 100 Jahre nicht zum Abschluss kommt (immerhin habe ich NEVERLÔR fast 3 mal geschrieben, insgesamt – jede Fassung reifer als die vorige, aber es auch jede Menge Zeit und Kraft gekostet. Hoffen wir, dass es das Wert war…).

Was meine Diss betrifft: Ich habe die Basis-Literaturrecherche abgeschlossen und bin jetzt dabei, einen stichwortartige Entwurf vorzuformulieren; ich möchte zunächst meine Ideen und Ansätze skizzieren, ehe ich dann wieder mit Lesen beginne – diesmal aber ganz zielgerichtet und NUR unter dem Aspekt meiner eigenen Fragestellungen. Ich hoffe, so verhindern zu können, dass ich Berge von Exzerpten anfange, die zwar alle super-interessant sind, aber nicht auch super zur Beantwortung meiner Fragestellung sind! Bisher habe ich es so herum gemacht, und dabei leider eine Menge Text produziert, die ich hinterher wieder streichen konnte. Ein so umfangreiches Projekt wie eine Dissertation ist aber, glaube ich, so nicht zu bewältigen…zumindest nicht, ohne hinterher auf diverse Psychopharmaka angewiesen zu sein 😀

A propos „ausgeflogen“: Der ENGLSEHER wird nun doch nicht, wie geplant, im Oktober 11 veröffentlicht werden können, sondern erst im Januar 12 – dafür dann aber bei meinem „Hausverlag“ FABYLON! Alisha Bionda ist mit allen von ihr herausgegebenen Reihen vom Sieben Verlag in den Fabylon-Verlag umgezogen – ich freue mich natürlich enorm darüber, dass meine beiden Schätzchen jetzt die gleiche „Adresse“ haben werden – zumal ich ja ein großer Fan von der „Hausherrin“ Uschi Zietsch bin; die zeitliche Verzögerung ist natürlich schade – aber das soll es mir wert sein! Und noch ein gutes hat die neue freie Zeit: Wenn meine beiden Romanprojekte unter Dach und Fach sind, werde ich mich noch einmal mit Schwung daranmachen, einen Galeristen für meine Malereien zu finden – wahrscheinlich werde ich, ganz im Stil des armen Künstlers, mit einer Mappe unterm Arm von Galerie zu Galerie tingeln und mich und meine Arbeit vorstellen. Ich glaube, das ist aussichtsreicher als das Versenden von e-mails, was ich bisher gemacht habe…mit, äh, mäßigem Erfolg, um es zuzugeben…

Von daher: Es ist einiges passiert. Und es wird noch viel mehr – hoffe ich. Jetzt mache ich mich aber erstmal wieder an meine Diss und tippe noch ein paar Absätze; morgen geht’s dann mit Frau Philippi in die Pfalz, auf eine viertägige Rollenspielconvention zum Thema Spielleiten – wir sind schon super gespannt 🙂 In jedem Fall wird es lustig – allein der Road Trip  wird schon ein großer Spaß! Entspannung muss schließlich sein…da bekommt man auch die Denkknoten besser wieder auf 😉

DER ENGELSEHER geht ins Lektorat….

Vor ein paar Tagen war es soweit – ich habe die vorerst letzten Überarbeitungen an meinem Engel-Manuskript abgeschlossen und alles nebst einer recht umfangreichen Sammlung von Titelvorschlägen an die Herausgeberin Alisha Bionda geschickt. Damit ist die Hauptarbeit für mich erledigt; wie gehofft war die Überarbeitung des Skriptes sehr hilfreich – einige Unebenheiten wurden geglättet, und es haben sich noch einige hübsche Verknüpfungen ergeben. Mir ist wichtig, dass die meisten „losen Enden“ irgendwie zusammenfinden – das macht die ganze Story „runder.“ Natürlich gelingt es nie, alles zu Ende zu führen, was man in einer Geschichte beginnt – sie stellt ja nur einen „Ausschnitt“ aus dem Leben und Weltgeschehen der beteiligten Figuren dar. Und die Aussicht auf eine Fortsetzung muss man sich ja offenhalten 😉 ich persönlich lese am liebsten Mehrteiler, das gibt einfach die Möglichkeit, tief in eine Welt einzutauchen und Figuren, die man liebgewonnen hat (egal, ob sie auch wirklich lieb SIND) ein Stückweit zu begleiten.

Vorerst aber warte ich auf das Feedback der Herausgeberin – ich hoffe, dass sich nicht allzuviel ergibt, das geändert werden muss. In der Zwischenzeit habe ich die Möglichkeit, nochmal auf den Arbeitsprozess zurückzublicken und mich zu fragen – wie war’s eigentlich? Darauf kann ich mir dann nur selbst antworten – ich bin, muss ich sagen, doch insgesamt zufrieden. Die Arbeit an dem Skript hatte ja nur einige wenige Auflagen – es sollte sich um eine dark fantasy romance handeln, und ich denke, das ist auch draus geworden, wenn es auch noch deutlich mehr ist als eine Liebegeschichte. Ansonsten hatte ich alle Freiheiten, die ich wollte, und damit alle Möglickeit, Jeásh und Ezariel genau in den Kontext zu bringen, den ich wollte – eine düstere Welt mit Endzeitflair, die der Glaubenswahn beherrscht – für mich eine sehr reizvolle Kulisse! Ein einziges Problem hatte ich allerdings dann doch – nämlich die Zeichenbegrenzung, die mit 380.000 für mich schon sehr „eng“ waren; meine Phantasie ist dann doch gern etwas raumgreifend, und so ist es mir hier und da doch schwergefallen, alles, was ich mir ausgedacht hatte, darin unterzubringen.

Zwangsläufig sind also einige Aspekte für mein Empfinden zu kurz gekommen, und alles, was „rein“ musste, vom Platz her ins richtige Verhältnis zueinander zu setzen, hat mich schon einiges an Blut und Schweiß gekostet, aber das ist wohl immer so – vielleicht habe ich ja noch einmal die Möglichkeit, nach Toch Eleth zurückzukehren und Jeásh und Ezariel auf einer weiteren Reise zu begleiten – ich würde mich freuen! Vorerst aber muss der ENGELSEHER tun, was jeder früher oder später tun muss: Die Flügel ausbreiten und fliegen – und dann sicher ankommen; ich drück ihm die Daumen 🙂