DER ENGELSEHER – unverhofft kommt oft

Unverhofft kommt oft, heißt es ja so schön – und beim Schreiben ist das sogar noch öfter so. Ich kenne niemanden, der im Vorhinein schon weiß, wie sich eine Geschichte genau entwickelt, alle Irrungen, Wirrungen, Wendungen und Kräuselungen kennt, ich am alllerwenigsten. Wahrscheinlich käme es mir auch seltsam vor, eine Story im Vorhinein auszuarbeiten und dann einfach runterzuschreiben – ein bißchen starr, ein bißchen tot irgendwie.

Jedenfalls hat sich beim ENGELSEHER wieder einmal genau das gezeigt – man weiß nie, was kommt. Jetzt ist plötzlich ein Nebenbuhler aufgetaucht, der Ezariel seinen Joásh streitig macht – ein Nephilim wie Joásh selbst mit faszinierendem Charakter – und längst nicht so schwierig wie der Engel Ezariel, der ein mutwilliges Temperament hat und kein einfacher Zeitgenosse ist, erst recht nicht für jemanden, der ihn gern lieben möchte.

Mal sehen, wie Ezariel damit umgeht – ich fürchte, er wird es nicht gut aufnehmen, denn Konflikte produktiv zu lösen ist nun einfach nicht seine Art. Wird spannend, besonders für mich…eigentlich passt mir dieser Nebenbuhler gar nicht in den Kram…und sofort werde ich mich auch nicht mit ihm befassen können, denn eigentlich muss ich jetzt noch ein letztes Mal für Klausuren lernen, um mein Drittfach Philosophie endlich mit Staatsexamen abschließen zu können.

Lästige Pflicht – ich hoffe aber, parallel schon einmal mit der Überarbeitung des Manuskripts beginnen zu können, zu glätten, zusammenzuführen, lose Fäden zu verknüpfen…Wenn man so richtig „ackern“ muss, werden solche ungeliebten müssen-halt-Seins plötzlich zur Lieblingsbeschäftigung – insofern sind die Klausuren vielleicht doch zu etwas gut 😉